Im Oktober 1952 reiste mit einem für einen Staatenlosen ausgestellten und dreimonatigen Be­suchsvisum ver­sehenen österreichischem Fremden­pass Gustav W., seines Berufes nach Bergdi­plomingenieur, nach Herten. Auf der Schachtanlage Schlägel & Eisen der Berwerksgesellschaft Hi­bernia in Herten-Langen­bochum nahm er ohne die erforderliche Erlaubnis des Ar­beitsamtes als Stei­ger die Arbeit auf.

Im Februar 1953 erhielt die Kreisver­waltung über das Arbeitsamt Reck­linghausen fernmündlich Kenntnis, dass die beteiligten Bundesressorts der Arbeitsübernahme der Siebenbür­ger Sachsen aus Österreich im rheinisch-westfälischen Kohlenberg­bau zugestimmt haben und die „für die Aufnahme der Kräfte erforder­lichen Vorbereitungen können daher getrof­fen werden“.

Das Leben in der Fremde fiel schwer

(lü) Die Straßennamen verraten die Herkunft der Anwohner: Bi­stritzer-, Kronstädter-, Sieben­bürger Straße. Halb Sieben­bürgen ist hier versammelt, und das nicht nur dem (Straßen)-Namen nach. 1953 zogen Sieben­bürger Sachsen in die Langen­bochumer Sied­lung, eine der ersten in der Bundes­republik, die nach dem Krieg entstand. Diese ersten Aus­siedler der Nach­kriegszeit; die in Rumänien Jahrhunder­te lang Deutsche ge­blieben, in Deutsch­land aber Fremde waren, hatten es nicht leicht. Vorurteile der Ein­heimischen und Schwierigkeiten bei der Umstellung auf die Bedingungen einer Ruhrgebietsstadt machten den Siebenbürgern das Leben schwer.

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