Siebenbürger Kreisgruppe Herten
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- Geschrieben von: Karin Roth
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Wir Siebenbürger in Luxemburg
Am 6. und 7. Juli 1963 nahm eine Abordnung unserer Landsleute aus der Bundesrepublik an den Internationalen Folkloristischen Festveranstaltungen der Stadt Luxemburg aus Anlaß der Tausendjahrfeier ihres Bestehens teil. Auch unsere Siebenbürger Blaskapelle Herten bereicherte die große Veranstaltung in der tausendjährigen Stadt - und wurde von vielen Mitgliedern unserer Kreisgruppe begleitet.
Durch die tief eingeschnittene stark bewaldete Hochfläche im Norden des Landes, vorbei an Getreidefeldern und Heuböcken längs der Straße waren wir in die südlich gelegene Hauptstadt gekommen. Blumen, Fahnen, Wappen und immer wiederkehrend die Jubiläumszahlen 963 — 1963 deuteten auf den Anlaß hin, der uns mit vielen hunderten Jugendlicher aus einem runden Dutzend Länder und Völker hier zusammenführte. Die Luxemburger empfingen uns mit so lebhafter Teilnahme und Herzlichkeit, dass wir uns wie zu Hause fühlten; zu Hause im wahrsten Sinne des Wortes, denn wir sprachen mit ihnen fast nur in unserer Mundart, was unseren luxemburgischen Freunden nach der ersten Verblüffung ob der Ähnlichkeit mit ihrem Letzeburgischen zunehmend Spaß machte.
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Siebenbürger Zeitung:
Bei zahlreicher Beteiligung unserer Landsleute fand am Sonntag, dem 10. Februar 1963, in der Villa Brinkmann unsere diesjährige Jahreshauptversammlung statt. Der als Stellvertreter fungierende Nachbarhann, Johann Scherer, begrüßte die Landsleute und verlas die Tagesordnung. Wie jedes zweite Jahr stand auch diesmal wieder die Neuwahl des Vorstandes (Hannschaft) auf der Tagesordnung.
Landsmann Andreas Porr dankte dem alten Vorstand für die geleistete Arbeit der letzten zwei Jahre und leitete zugleich die Wahl des neuen Vorstandes. In geheimer Wahl wurde dann der ehemalige Geschäftsführer Georg Schmedt, Bistritzer Straße 18, mit großer Mehrheit zum neuen Naehbarhann gewählt. Hann-Stellvertreter wurde Johann Scherer, Geschäftsführer Johann Fuhrmann, Schriftführer Lehrer Gustav Hartig, Kassier Stefan Fleischer, Kulturwart Michael Areldt. Ferner wurde als Vertrauensmann für LAG-Fragen Johann Todt-Werner und als Alterspräsident Johann Daichendt in den Vorstand gewählt. Außerdem gehören dem Vorstand noch die beiden Nachbarväter der ersten und zweiten Nachbarschaft an, Landsmann Andreas Scherer und Michael Kirschner sowie die noch zu wählende Nachbarhannin und die beiden Nachbarmütter. H. F.
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Obwohl Müiister/Westf. keine Kreisgruppe unserer Landsmannschaft besitzt, wurde • die „Siebenbürgisch-Westfälische Begegnung" am 23. 4. 1961 zu einem vollen Erfolg durch das Entgegenkommen des „Westfälischen Heimatbundes", insbesondere seines Hauptgeschäftsführers Dr. Hans Riepenhausen und seines rührigen Mitgliedes Oberstudienrat i. R. Dr. Humborg sowie der Stadt, des Bundes der Vertriebenen, der Volkshochschule u. a. Körperschaften Münsters, vor allem aber durch den aufopferungsvollen Einsatz des Prof. Priebisch.
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ihre Blaskapelle, und es gab kein festliches Ereignis bei dem nicht auch die Adjuvanten mit dabei waren und zu ihrer und unserer Freude aufspielten. Im Herbst 1944 wurde unser Volk zerrissen und in alle Welt zerstreut. Vieles ist anders geworden; doch überall da, wo unsere Landsleute in größeren Gruppen beieinander wohnen, wurde und wird auch heute Althergebrachtes neu belebt. Die Adjuvanten fanden sich wieder, neue. kamen hinzu und gründeten, mit oft unzulänglichen Mitteln neue Blaskapellen, die zur Erhaltung alten Brauchtums inzwischen viel beigetragen haben. In Nordrhein-Westfalen gibt es heute fünf Blaskapellen. Diese haben sich im Jahre 1956 unter Obmann Michael B a i e r - Oberhausen zu dem Siebenbürger Blaskapellen-Bund zusammengeschlossen. Die Vereinigung der Kapellen hat u. a. auch den Zweck einer jährlich einmaligen Zusammenkunft.
In diesem Jahre war als Treffpunkt Herten-Langenbochum für den 14, 15. und 16. Juni vorgesehen. Mit den Vorbereitungen wurde frühzeitig begonnen. Schon Wochen vorher torachte die örtliche Presse Hinweise auf das zu erwartende musikalische Ereignis. In fast fieberhafter Tätigkeit wurde die Siebenbürgen-Siedlung — die sich übrigens auch sonst sehen lassen kann — auf Hochglanz gebracht. Als Träger der Veranstaltung hatte die Langenboehumer Stammkapelle ein Festzelt mit 150 Sitzplätzen aufstellen lassen. Als in den Nachmittagsstunden des 14. Juni die ersten Gäste eintrafen, war zu dem ersehnten Besuch von 250 Landsleuten alles bestens vorbereitet. Mit schwungvoller Marschmusik wurde jede von auswärts ankommende Kapelle am Eingang zur Siedlung herzlichst begrüßt. Das Händeschütteln nahm kein Ende, überall Freude und strahlende Augen, ein kleines Dinkelsbühl.
Erschienen waren die Blaskapelle von Oberhausen mit ihrem Kapellmeister Edgar L i e b ; Setterich mit Kapellmeister Michael O h l e r ; Wolfsburg, mit Kapellmeister Mathias Riedel, und die Langenbochumer Jugendkapelle „Frischauf" mit ihrem Kapellmeister Stefan P o t s c h.
Abends großes Treffen im Festzelt..
Ein von allen Kapellen gespieltes Musikstück gab den festlichen Tagen den Auftakt. Der Obmann der veranstaltenden Kapelle Johann Schmedt entbot allen Anwesenden ein herzliches Willkommen und freute sich, insbesondere Vertreter der Behörden, der Kirche, des Bergbaues, fast alle Stadtverordnete, und, eine große Zahl der einheimischen, Bevölkerung begrüßen zu können. Der Redner gab dem Wunsche Ausdruck, daß dieses Fest zu einer Vertiefung der Gemeinschaft zwischen den Einheimischen und den Landsleuten, aus Siebenbürgen beitragen möge. Anschließend sprach der Bundesvorsdtzende Dr. Dr, Eduard K e i n t z e l über den Sinn des Festes, sowie über die Bedeutung der Musik im Volksleben. Musik seivölkerverbindend und menschenversöhnend.
Die Pflege der Musik sei insbesondere für die Jugend! eine schöne Aufgabe; hier biete sich die Möglichkeit einer sinnvollen Freizeitgestaltung. Nach den Ansprachen begannen die Kapellen mit ihrem reichhaltigen Konzert. Der Kapellmeister der Langenbochumer Stammkapelle - Michael H a r t i g - dirigierte mit großer Sicherheit die gemeinsam musizierenden 140 Bläser. Reicher Applaus der ca. 2000 Zuhörer nach jedem Musikstück für Musiker und Dirigenten. Spontaner Beifall brauste auf,als der 71jährige Begründer und ehemaliger Kapellmeister der Langenbochumer Stammkapelle Stefan Ff I e ii s c h e r das Podium betrat und als Abschluß des Programmes den Marsch „Alte Kameraden" dirigierte. Anschließend kamen die Tanzlustigen — und es war nicht nur die Jugend — zu ihrem Recht.
Auch das Sonntagsprogramm brachte viel Freude und Abwechslung. Die Bewohner der Siedlung wurden schon in den frühen Morgenstunden mit schmetterndem Trompetenklang geweckt. Wie bei allen sächsischen Festen war auch diesmal ein gemeinsamer Gottesdienst vorgesehen. Die Festpredigt hielt unser verehrter Generaldechant Dr. Carl M o l i t o r i s .
Am Nachmittag fand der Festzug und das große Platzkonzert auf dem Wilhelmsplatz in Herten statt; voran die 140 Bläser, dahinter Frauen. Männer, Jugend und Kinder in sächsischer Tracht, so ging es unter wolkenlosem, blauem Himmel durch Langenbochum nach. Herten. Ein farbenprächtiges Bild, das keiner von uns vergessen wird. Auch die Hertener Bevölkerung war begeistert; die Zahl der Zuhörer war sehr groß. Die örtlichen Zeitungen bezeichneten den „prachtvollen" Festzug zum Wilhelmsplatz als Höhepunkt des Musikfestes.
Für uns war es mehr, es war ein Stück Heimat, das uns noch für lange Zeit Kraft für den Alltag spenden wird. Inzwischen hatten Techniker des Westdeutschen Fernsehen in der Siedlung alles für ihre Aufnahmen vorbereitet. DieLangenbochumer Tanzgruppen mußten auf der Dorfstraße einige Tänze speziell für das Fernsehen zum Besten geben.
Der Abend stand, zu Beginn — so wie wohl alle Veranstaltungen dieses Sonntages — ganz im Zeichen der Fußball-Welmeisterschaftsspiele. Drei Fernsehapparate waren im Zelt aufgestellt. Zuerst kam König Fußball zur Geltung. Anschließend konnte mit dem vorgesehenen Programm begonnen werden. Wenn am ersten Abend der 2. Bürgermeister Jablomsky und Stadtdirektor S t a n k e in unserer Mitte geweilt hatten, so konnten diesmal Bürgermeister S e n k e l und als Vertreter des Bergbaues Dr. von B a r g e n durch Ortshann Andreas Porr begrüßt werden. Lehrer Georg (Wuppertal) verstand es auch an diesem Abend meisterhaft, die Ansagen der einzelnen Musikstücke durch launige Wiedergaben von Episoden aus dem Musikerleben in der Heimat zu würzen. Die Tanzgruppen und der Musizierkreis der sächsischen Jugend von. Langenbochum sorgten für Abwechslung. Zum Tanz kamen die wieder so zahlreichen Besucher erst spät, dafür war ja dann der Montagabend nur für Tanz und Unterhaltung vorgesehen. Daß dieser dritte Abend bis zum Morgen des vierten Tages gedauert hat, sei nur am Rande vermerkt. Ph.
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Herten in Westfalen am Nordrande des Ruhrgebietes, zwischen Einscher und Lippe gelegen, war uns Siebenbürgern bis vor einigen Jahren ein unbekanntes Fleckchen Erde. Als im Jahre 1953 die ersten unserer jungen Männer, aus Österreich kommend, hier unter schwierigsten Verhältnissen, bei völlig ungewohnter Arbeit bis zu 800 Meter tief unter Tage mit dem Aufbau einer neuen Existenz, einer neuen Heimat begannen, gab es so manchen „Heiimkehrer". Die Umstellung, die Einordnung in den Rhythmus der großen, Industrie, das so ganzanders geartete Leben eines Bergmannes war eben nicht jedermanns Sache. Die Mutigen blieben bis heute — zirka 600 Seelen — in einer neu entstandenen Siedlung, dem offiziell als „Siebenbürigen Siedlung'' benannten Ortsteil von Herten-Langenbochum.