In ganz Europa wird in diesen Tagen der Beendigung des ersten Weltkrieges vor 100 Jahren gedacht - und auch die Stadt Herten befasste sich mit diesem Thema. Beim Volkstrauertag in Herten betrachten traditionsgemäß verschiedene Gruppen aus unterschiedlichen Blickwinkeln diesen Gedenktag. Innerhalb eines stattlichen Programms wurden aus Sicht der Siebenbürger Sachsen die Veränderungen, die die Kriegsereignisse mit sich brachte, beleuchtet: Hierzu wurde eine Einordnung des Zeitzeugen Dr. jur. Richard Zintz vorgetragen: Als er 1891 in Mediasch geboren wurde, gehörte Siebenbürgen noch zur österreich-ungarischen Monarchie. Zintz steckte in den Prüfungen für sein Doktorat der Rechtswissenschaften, als die Nachricht von der Mordtat in Sarajevo die Welt durcheilte: Die Welt um ihn herum änderte sich.

Ein Eintrag vom Heimaturlaub Weihnachten 1917 beschreibt die Veränderungen, die die Heimat in der kurzen Zeit mitgemacht hatte – sowohl durch den entstandenen Mangel und das dadurch begünstigte Schiebertum wie auch in den persönlichen Einstellungen, denn zu dieser Zeit wird ihm bereits mit großem Bedauern entgegengetreten. Zum Ende des Krieges gibt es eine Aufzeichnung aus dem Spital in Schäßburg: Am 1. November 1918 hört er heftiges Gewehrfeuer aus einem an der Stadt vorbeifahrenden Zug. Trunkene Soldaten eines szekler Regimentes feuern nun – wehen Gemütes über den unglücklichen Ausgang des Krieges oder eher aus Freude über die bevorstehende Heimkehr? – ihre letzten Patronen aus dem fahrenden Zug hinaus. Eine Erkenntnis gewinnt er in diesen Tagen: „Auch ein Weltreich gehört zu den Erscheinungen, die vergänglich sind.“ 

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