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Dinkelsbühl im Zeichen der jungen Generation

Wie schon seit zwei Jahren trafen sich unsere Jugendlichen auch heuer wieder im Rahmen unseres Heimattages in der Jugendherberge Dinkelsbühl zu ihrem 3. siebenbürgisch-sächsischen Jugendtreffen. Aus vielen Teilen der Bundesrepublik und aus Österreich waren ganze Jugendgruppen gekommen. Von diesen ailein waren 250 Mädchen und Jungen in der Jugendherberge untergebracht, während etwa 200 Jugendliche — zumeist Einzelne aus der Zerstreuung — in Privatquartieren bei ihren am Heimattreffen teilnehmenden Eltern wohnten und in der JH von morgens bis abends am gemeinsamen Jugendprogramm teilnahmen. Die Durchführung unseres Jugendtreffens beim Heimattag erwies sich  ereits als eine unabdingbare Notwendigkeit, da unsere Mädchen und Jungen schon seit Jahren in so großer an unsere Jugendgruppen und an die einzelnen Jugendlichen, die sozusagen in der „Diaspora" wohnen, verschickt, so daß also jeder mit der Gewißheit nach Dinkelsbühl kommen konnte, die Pfingsttage im Rahmen Gleichgesinnter zu verbringen. Für diese Vorbereitung und auch die Durchführung des Jugendtreffens hatte sich eine große Reihe von freiwilligen Mitarbeitern zusammengefunden.

Der Auftakt Schon Samstag vormittag trafen die Jugendgruppen aus Wien, Oberhausen, Setterich, Berlin, Frankfurt a. Main, Hamburg und Stuttgart ein. Der Nachmittag brachte die Münchener Jugendgruppe und jene aus Herten-Langenbochum sowie die vielen einzelnen Jugendlichen aus den Streugebieten in unseren Landesverbänden in die Jugendherberge — und das Programm

Die Jugendgruppe von Herten-Langenbochum, mit der Fahne ihres Kreisverbandes der Landsmannschaft Anzahl zu Pfingsten nach Dinkelsbühl kommen, daß es nur natürlich war, den Ablauf des Heimattages auch für die Jugend in organisierte Bahnen zu lenken. Da dieses 3. siebenbürgisch-sächsische Jugendtreffen bereits eine gewisse Tradition hat, wurde auch heuer schon Monate vorher diese Zusammenkunft vorbereitet und die Einladungen dazu des Jugendtreffens lief an. Schon die späteren Nachmittagsstunden vereinten die Teilnehmer bei Liedern und Spielen und nach dem Abendessen stieg der große Jugendabend im Gemeinschaftssaal der Jugendherberge, dessen Programm von den verschiedenen Jugendgruppen bestritten wurde.

Die siebenbürgische Jugendkapelle von Herten - Langenbochum spielte zwischen den verschiedenen Programmpunkten sowie in der zweiten Hälfte des Jugendabends zum Gesellschaftstanz auf. Lieder, Spiele, Quizveranstaltungen, Volkstanz und Scharaden wechselten einander ab. Es erwies sich auch hier wieder, daß es gerade Veranstaltungen dieser Art sind, die das Gemeinschaftsgefühl auch und besonders bei unserer Jugend am schnellsten bauen helfen, was gerade für unsere Mädchen und Jungen, die in der Vereinzelung verstreut über die Bundesrepublik und Österreich wohnen, wichtig ist und auch notwendiger erscheint, als bei den Angehörigen unserer bereits bestehenden 20 Jugendgruppen, die sich auch während des Jahres bei ihren regelmäßigen allwöchentlichen Zusammenkünften und Veranstaltungen treffen. Als um 23.00 Uhr der Jugendabend in der JH ausklang und sich die Jüngeren zur Ruhe begaben, zog die reifere Jugend noch für einige Stunden in die „Schranne", um gemeinsam mit den älteren Landsleuten zu feiern und noch zu tanzen.

Geschlossen zum Gottesdienst:

Am Pfingstsonntagmorgen versammelten sich die Teilnehmer des Jugendtreffens vor der JH und zogen dann im geschlossenen Zug zum Festgottesdienst in der St. Paulskirche. Der größte Teil der Jugendlichen erschien dazu in unserer Volkstracht, und es war ein erfreuliches Bild, den langen Zug ourch die altertümlichen, heimeligen Straßen von Dinkelsbühl vorbeiziehen zu sehen. In einem geschlossenen Block in der Kirche nahm dann die Jugend ihre Plätze ein. Schon das äußere Bild dieses Gottesdienstes zeigte sichtbar, wie sehr bereits unsere Heimattreffen durch die Jugend geprägt werden. Noch wesentlich deutlicher trat diese Prägung am Nachmittag beim Trachtenzug und der Kundgebung in Erscheinung. Angeführt von der Dinkelsbühler Knabenkapelle zog der bisher größte und eindrucksvollste Trachtenzug durch das Wörnitztor in die Stadt ein. Die Straßen waren von dichten Menschenmassen umsäumt, die den Teilnehmern zujubelten. Die Wiener Jugendgruppe hatte die altehrwürdige Fahne des Vereins der Siebenbürger Sachsen in Wien mitgebracht. Auch die Oberhausener und Herten-Langenbochumer Jugendgruppen hatten die wertvollen Fahnen ihrer Kreisverbände mit. Zwischen diesen Trachtengruppen eingestreut marschierten die siebenbürgischen Kapellen von Kammer / Oberösterreich und Stuttgart sowie die siebenbürgische Jugendkapelle von Herten-Langenbochum. Nicht zu übersehen war, wie stolz und freudig unsere Mädel und Jungen die schönen, zumeist selbstgefertigten Trachten trugen, obwohl die allermeisten von ihnen die Heimat gar nicht mehr erlebt hatten. Es war jedenfalls ein ansehnlicher Block von Trachtengruppen, die dann zur Kundgebung vor der „Schranne" aufmarschierten.

„Deiner Sprache, deiner Sitte..."

Um 17 Uhr trafen sich wieder alle Jugendlichen zu einem gemeinsamen offenen Singen im Hof der JH, wobei vor allem auch die Lieder für die Stephan-Ludwig-Roth-Gedenkfeier der Jugend geübt wurden. Nach dem Abendessen um 19 Uhr zogen die Teilnehmer des Jugendtreffens auf den Weinmarkt vor die „Schranne", wo von den verschiedenen Jugendgruppen Volkstänze dargeboten und ein offenes Chorsingen mit verschiedenen Jugendgruppen abgehalten wurde. Eine große Menschenmenge umlagerte ständig diese Vorführungen der Jugend. Ein Teil der reiferen Jugend zog noch anschließend hinunter in die Stadt, um an den Treffen der verschiedenen Heimatgemeinschaften teilzunehmen, die in mehreren vorbestellten Lokalen stattfanden.

Sportliche Wettbewerbe:

Der Montagmorgen brachte die sportlichen Veranstaltungen der Jugend, wobei es zu mehreren Handballausscheidungsspielen zwischen verschiedenen Jugendgruppen kam. Das Ergebnis dieser Spiele war folgendes:

Handballspiel München gegen Oberhausen 1:3, Berlin gegen eine Auswahlmannschaft 4:5, Berlin gegen München 3:2, Oberhausen/Setterich gegen Bundesauswahl 3:3. Zwischendurch fand dann noch ein Völkerballspiel zwischen zwei Auswahlgruppen aus Westdeutschland und Österreich statt, die in die Gruppen „Rot" und „Blau" eingeteilt wurden. Das Spiel gewann „Blau". Daß die verschiedenen Spiele selbstverständlich unter teils organisierten, teils spontanen Anfeuerungsrufen vor sich gingen, sei nur nebenbei bemerkt.

An der zweiten Hälfte der Veranstaltung nahmen nur die aktiv Mitwirkenden teil, während der Rest der Jugend die offizielle Gedenkfeier der Ländsmannschaft aus Anlaß des 110. Todestages von Stephan Ludwig Roth besuchte. Mit dieser Sportveranstaltung war der offizielle Teil des siebenbürgischen Jugendtreffens beendet, doch zum Abschluß fand dann noch eine kurze Verabschiedung der Teilnehmer durch die Leiter des Jugendtreffens in der JH statt, die in den allgemeinen Wunsch ausmündete: „Auf Wiedersehen im nächsten Jahr in Dinkelsbühl!" F. H.